Planung

Kantonsschule, Gewerbe, Dienstleistungen, Wohnen, Seeuferweg, öffentliche Einrichtungen etc: Der Kanton Zürich und Uetikon am See führen bis 2021 gemeinsam eine Gebietsplanung durch, um das heutige Industrieareal für die vorgesehenen öffentlichen und privaten Nutzungen vorzubereiten. Die gemeinsame Arealentwicklung, die unter dem Namen «Chance Uetikon» läuft, schafft die rechtlichen und planerischen Voraussetzungen.

 

Komplexe Projektorganisation

Die Projektorganisation ist komplex: Sie setzt sich in der Phase «Schaffung Planungsrecht» aus einem operativen und einem strategischen Gremium zusammen, in denen jeweils die Gemeinde Uetikon am See, diverse kantonale Fachstellen und Ämter sowie die Planungsgruppe Pfannenstiel vertreten sind. Federführend in dieser Phase ist das kantonale Amt für Raumentwicklung. Die Oberleitung (politische Lenkung) liegt bei Baudirektor Markus Kägi (Vorsitz), Bildungsdirektorin Silvia Steiner, Gemeindepräsident Urs Mettler sowe Markus Hafner von der Planungsgruppe Pfannenstiel, wobei dieser kein Stimmrecht hat.

 

Gebietsplanung in zwei Schritten

Die Gebietsplanung soll in einem ersten Schritt das Potenzial des Standorts ausloten, die künftige Entwicklung in einem grösseren Perimeter betrachten und die Eckwerte für die weitere Planung festlegen. Zu diesem Zweck sind die Bedürfnisse, Rahmenbedingungen und Ideen für die zukünftige Nutzung des Areals zu ermitteln. Die Bevölkerung von Uetikon am See ist ab Herbst 2017 im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens in den Planungsprozess eingebunden.

 

Neben dem Beteiligungsverfahren mit der Bevölkerung wird ein städtebauliches Varianzverfahren durchgeführt. Dieses Verfahren ist ein bewährtes Vorgehen, um bei komplexen Aufgabenstellungen in der Raumplanung und im Städtebau zu guten Lösungen zu gelangen. Dazu werden vier Planungsteams eingeladen. Das Ziel ist, die beste und zweckmässigste Lösung zu finden. Dies bedeutet nicht, dass es einen Gewinner geben muss. Die Ergebnisse aus dem Varianz- beziehungsweise Beteiligungsverfahren fliessen jeweils in das andere Verfahren ein, werden dort diskutiert und kritisch hinterfragt.

 

In einem zweiten Schritt werden konkrete Lösungen für die Zukunft des Areals entwickelt und ein handlungsorientierter Masterplan erstellt. Der Masterplan «Chance Uetikon» soll eine übergeordnete, gemeinsame Vorstellung für die zukünftige Nutzung des Industrieareals enthalten. Dazu gehört zudem ein Handlungsprogramm für die Planungspartner, das vorgibt, wer in den nächsten Jahren welche Schritte umzusetzen hat, damit das Areal sukzessive weiterentwickelt werden kann. Der gesamte Prozess soll gewährleisten, dass das zukünftige Projekt über eine breite Unterstützung verfügt.

 

Rechtliche Verbindlichkeit

Die Gebietsplanung ist kein rechtsverbindliches Instrument und setzt keine ordentlichen Verfahren ausser Kraft. Sie soll vielmehr die inhaltlichen Rahmenbedingungen für eine koordinierte, langfristige Entwicklung aller beteiligten Partner klären und als Orientierungshilfe für die weiteren Planungen dienen. Der Masterplan wird abschliessend im Planungsrecht konkretisiert. Dabei kann die Bevölkerung nochmals Einfluss nehmen, indem sie über die Anpassungen an der Uetiker Bau- und Zonenordnung oder über einen allfälligen Gestaltungsplan abstimmen wird.