Masterplan als übergeordnete, gemeinsame Vorstellung

Innerhalb des Planungsprozesses werden in einem zweiten Schritt konkrete Lösungen für die Zukunft des Areals entwickelt und ein handlungsorientierter Masterplan erstellt. Der Masterplan «Chance Uetikon» soll eine übergeordnete, gemeinsame Vorstellung für die zukünftige Nutzung des Industrieareals enthalten. Dazu gehört zudem ein Handlungsprogramm für die Planungspartner, das vorgibt, wer in den nächsten Jahren welche Schritte umzusetzen hat, damit das Areal sukzessive weiterentwickelt werden kann. Der gesamte Prozess soll gewährleisten, dass das zukünftige Projekt über eine breite Unterstützung verfügt. Der Masterplan ist kein rechtsverbindliches Instrument und setzt keine ordentlichen Verfahren ausser Kraft. Er zeigt vielmehr die inhaltlichen Rahmenbedingungen für eine koordinierte, langfristige Entwicklung aller beteiligten Partner und dient als Orientierungshilfe für die weiteren Planungen. Der Masterplan wird abschliessend im Planungsrecht konkretisiert.

 

Richtkonzept zeigt umsetzbaren Ansatz

Als Basis für diesen Masterplan wurde im Nachgang zum Varianzverfahren ein Richtkonzept erarbeitet. Das Richtkonzept greift die überzeugendsten Elemente aus dem Varianzverfahren auf und führt diese in ein stimmiges Gesamtkonzept zusammen. Es zeigt damit einen umsetzbaren konzeptionellen Ansatz der Arealentwicklung «Chance Uetikon». Das Richtkonzept wurde von Salewski & Kretz Architekten, mit ergänzenden Disziplinen Freiraum (LOIDL), Sozialraum (Mia Nold, Firma Michael Emmenegger) und Verkehr (Ulrike Huwer, Basler & Hofmann) erarbeitet.

 

Ohne die Chemische wäre Uetikon am See nicht der Ort, der es heute ist. Das ISOS (Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung) stuft die Grundstruktur des ehemaligen CU-Areals als wichtigen Zeitzeugen ein. Das Richtkonzept nimmt diese Struktur als Ausgangslage, ohne jedes Gebäude zu schützen.

 

Das Areal zieht sich über eine Länge von 750 m dem See entlang. Wer es durchschreiten will, hat zwei Wege zur Auswahl: Der Seeweg folgt dem Ufer mit direkten Zugängen zum Wasser. Die Gleispromenade führt den Industriegeleisen entlang. Dazwischen spannt sich der Seeuferpark auf, der je nach Etappe zwischen 10 m und 44 m breit ist. Den Aufenthalt im Park soll ein «Zeitzeuge» bereichern − eine durchlässige Parkarchitektur. Im Uferpark können Kinder und Erwachsene sich erholen, spielen, flanieren oder baden.

 

Die Nutzungen des Areals sind in vier Bereiche gegliedert, die fliessend ineinander übergehen: Im Osten liegt der Hafen mit dem Direktionsgebäude und publikumsorientierten Nutzungen, darauf folgen die Kantonsschule und der Bereich der Mischnutzungen − Wohnen und Gewerbe − mit dem Hauptzugang zur Passerelle. Sie ist Schulweg und Verbindung zwischen Dorf und See, überwindet die Hangkante und öffnet den Blick auf das Wasser. Form und Masse der Passarelle − prädestiniert als «Wahrzeichen» im Areal − sind im Rahmen eines Konkurrenzverfahrens zu definieren. Den westlichen Abschluss des Areals soll ein ruhiger Quartierteil mit überwiegend Wohnnutzungen bilden.

 

Zwischen den einzelnen Bereichen stellen Querbezüge sicher, dass man den See immer wahrnimmt. Sie sind schmal gehalten, nicht zuletzt, um den Schall zu minimieren. Einige schützenswerte Bauten bleiben erhalten; die neuen Volumen sind noch zu differenzieren, diese gibt das Richtkonzept nicht konkret vor. Der Blick vom Wasser soll die Erinnerung an den historischen Zustand zulassen, gleichzeitig aber zeigen: Das Gebiet entwickelt sich weiter − zu einem belebten Quartier mit Strahlkraft.

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Präsentation zum Richtkonzept
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