Varianzverfahren: Gute Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen

Innerhalb des Planungsprozesses werden in einem ersten Schritt das Potenzial des Standorts ausgelotet, die künftige Entwicklung in einem grösseren Perimeter betrachtet und die Eckwerte für die weitere Planung festgelegt. Zu diesem Zweck sind die Bedürfnisse, Rahmenbedingungen und Ideen für die zukünftige Nutzung des Areals zu ermitteln. Die Bevölkerung von Uetikon am See ist seit Herbst 2017 im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens eingebunden.

 

Neben dem Beteiligungsverfahren mit der Bevölkerung wurde ein städtebauliches Varianzverfahren durchgeführt. Dieses Verfahren ist ein bewährtes Vorgehen, um bei komplexen Aufgabenstellungen in der Raumplanung und im Städtebau zu guten Lösungen zu gelangen. Vier Planungsteams waren eingeladen, im Zeitraum von November 2017 bis Mai 2018 unterschiedliche Konzepte für das Areal zu entwickeln:

  • AGPS; Büro mit Schwerpunkt in urban design, Infrastruktur und Landschaft sowie Architektur
  • KCAP; gegründet von Kees Christiaanse hat das Büro in Zürich das Mutterhaus in Dänemark. Schwerpunkte in Landschaft und Architektur sowie urban design
  • POOL; Architekten-Genossenschaft mit den acht gleichberechtigten Partnern mit Schwerpunkt in Architektur und Städtebau
  • Salewski&Kretz; Expertise in Gestaltung, Analyse und strategischer Planung komplexer räumlicher Situationen

Die vier Teams verstärkten sich mit mehreren Disziplinen wie Freiraumplanung, Stadtsoziologie, Immobilienökonomie und Verkehr, um der herausfordernden und vielschichtigen Aufgabenstellung gerecht zu werden.

 

Unterschiedliche Konzepte für das Areal

Im Zeitraum von November 2017 bis Mai 2018 entwickelten die Teams unterschiedliche Konzepte für das Areal. Die Teams loteten – in Ergänzung zur Kantonsschule – geeignete Nutzungen und Bebauungen des Gebiets sorgfältig aus. Dabei zeigten sie Folgendes auf:

  • Bedarf an Grundstücksfläche für die Umsetzung des Raumprogramms der Kantonsschule
  • Nutzung und Nutzungsverteilung weiterer Nutzungen auf dem Areal (Mischnutzung mit Gewerbe, Dienstleistung, Wohnen und Freizeit)
  • Bauliche Dichte und Höhen
  • Freiräume und öffentliche Räume
  • Umgang mit dem Uferbereich und dem Gewässerraum (Seezugang, Erholungsflächen, Zürichseeweg)
  • Umgang mit dem Ortsbild (ISOS) und den geschützten Industriebauten
  • Erschliessung und Parkierung
  • Ökologische Vernetzung

Die Arbeiten der Teams wurden an zwei Zwischenworkshops diskutiert und weiterentwickelt (s. nachfolgende Abbildung). Dabei flossen auch die Anliegen aus dem Beteiligungsverfahren ein. Das Ziel war, die beste und zweckmässigste Lösung für die Arealentwicklung zu finden, ohne dass es einen Gewinner geben muss. Die Ergebnisse aus dem Varianz- beziehungsweise Beteiligungsverfahren flossen jeweils in das andere Verfahren ein, wurden dort diskutiert und kritisch hinterfragt.

 

Enge Verzahnung von Varianz- und Beteiligungsverfahren am Zwischenworkshop vom 4. April

Am Abend des 4. April 2018 haben sich rund 70 Akteure in einem Zwischenworkshop getroffen, um die enge Verzahnung von Varianz- und Beteiligungsverfahren sicherzustellen. Im Austausch zeigte sich, dass wichtige Anliegen der Bevölkerung bereits eingeflossen sind. Ziel des dreieinhalbstündigen Workshops war ein vertiefter Austausch zu den aktuellen Zwischenständen des Varianzverfahrens und den Ergebnissen des bisherigen Beteiligungsverfahrens. Neben den vier Planungsteams und den Experten nahmen die 28 Botschafterinnen und Botschafter der Bevölkerung teil. Sie sind per Losverfahren in den «Fokusgruppen» bestimmt worden, in denen über 200 Interessierte zwischen Januar und März 2018 die sieben Schlüsselthemen der Arealentwicklung vertieft haben. Die zentralen Anliegen und Lösungsansätze aus den Fokusgruppen sollen vor allem in den Entscheidungsprozess für den Masterplan einfliessen, dessen Entwurf am 17.11.21018 öffentlich vorgestellt wird.

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Protokoll zum Zwischenworkshop vom 4. April 2018
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Schlussworkshop des Varianzverfahrens am 17. Mai

Im Rahmen eines ganztägigen Workshops trafen sich Experten, Projektleitung, Projektsteuerung sowie 25 von total 28 BotschafterInnen mit den vier Planungsteams. Nach der Vorstellung aller Lösungsansätze der Teams diskutierten Vertretungen der Politik, Gewerbe sowie Privatpersonen aus Uetikon am See mit Gemeindepräsident Urs Mettler und Sacha Peter vom kantonalen Amt für Raumentwicklung. Im Gespräch wurden die zentralen Anliegen aus den Fokusgruppen nochmals herausgestrichen und der Projektsteuerung mitgegeben.

 

Dabei wurde die Arbeit der vier Planungsteams ausdrücklich gelobt. Die hohen Erwartungen − insbesondere nach dem Zwischenworkshop vom 4. April − konnten grösstenteils erfüllt werden. Es ist den Teams gelungen, wesentliche Aspekte zu erfassen und Lösungen anzubieten. Neben den Anliegen der UetikerInnen mussten rechtliche Rahmenbedingungen, aber auch Fragen der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

 

Alle Rückmeldungen aus dem Fachgremium wie auch der BotschafterInnen fliessen in die Weiterbearbeitung für den Entwurf eines Masterplans ein. Dieser Entwurf wird in den nächsten Monaten erstellt und am 17. November 2018 öffentlich vorgestellt. Zu allen sieben Fokusthemen sollen dann Aussagen gemacht werden können. Auch nicht weiterverfolgte Ideen werden an der 2. Beteiligungsveranstaltung vorgestellt und begründet.

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Protokoll zum Schlussworkshop vom 17. Mai 2018
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Präsentation am Schlussworkshop vom 17. Mai 2018
180517_Präsentation_Protokollbeilage.pdf
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