Sanierung des Seegrunds: Mit Spezialpumpe gegen Ablagerungen im See

 Die industriellen Tätigkeiten auf dem Areal der ehemaligen Chemischen Fabrik haben Spuren hinterlassen. Am Seegrund liegen auf einer Fläche von rund 75‘000 mmit Schwermetallen belastete Abfallablagerungen. Diese Schadstoffe gefährden die Gewässerökologie und müssen daher entfernt werden. Bezüglich Trinkwasser und Badequalität ist jedoch keine unmittelbare Gefährdung vorhanden.

 

Die Sanierung des Seegrunds erfolgt durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) in Zusammenarbeit mit der Zeochem AG (ehemals Chemie Uetikon AG). Der ausführende Totalunternehmer ist die ARGE Marti aus Moosseedorf BE. Das Unternehmen verfügt über viel Erfahrung: So war es zum Beispiel für die Sanierung von Teerölablagerungen vor Thalwil im Jahr 2009 verantwortlich. Derzeit erarbeitet die ARGE Marti ein konkretes Projekt, das im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens von den zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden beurteilt und genehmigt werden muss. Die Kosten der Sanierung werden zu 80% durch die Zeochem AG und zu 20% durch den Kanton als Eigentümer des Sees getragen. Für die Gemeinden Uetikon am See und Meilen entstehen keine Kosten.

 

Aufbereitung auf dem Areal

Vorgesehen ist, im November 2021 mit den Arbeiten zu beginnen. Eingesetzt werden auf und im Wasser ein Arbeitsponton und ein Sanierungskasten. Der Kasten ist 9 x 24 Meter gross und wird über ein Echolot sowie verschiedene Kameras gesteuert. Eine Spezialpumpe saugt in bis zu 30 Metern Tiefe die belasteten Sedimente ab, die als Schlamm-Wasser-Gemisch an Land gefördert werden. Ein anderes Verfahren wird beim Blockwurf – der Steinmauer am Uferrand – sowie im Hafen Langenbaum angewandt. Die Ablagerungen an den Blöcken entfernt ein Taucher manuell mit einer Saug-Lanze, im Hafen kommt ein schwimmender Saug-Bagger zum Einsatz.

 

Die entfernten Sedimente werden auf dem Areal in einer temporären Halle aufbereitet. Zunächst werden die Grobstoffe wie Kies, Sand und Holz abgeschieden, anschliessend der Schlamm entwässert. Dadurch entsteht ein Filterkuchen, der noch innerhalb der Halle in Container gefüllt wird. Diese werden ca. 1 bis 2 Wochen auf dem Areal zwischengelagert und danach zu den Entsorgungsanlagen transportiert.

 

Gut zu wissen

Die Arbeiten an Land finden innerhalb eines abgesperrten Baustellenperimeters statt. Die übrigen Bereiche werden nur temporär gesperrt:

  • Sanierungsperimeter: November 2021 bis Dezember 2023
  • Hafen Langenbaum: November 2022 bis Februar 2023
  • öffentlich zugänglicher Bereich: März 2022 bis Februar 2023

Baden ist im Sommer 2021 wie bis anhin möglich. Ab November 2021 bis Dezember 2023 ist Baden im jeweils mit Bojen abgesperrten Bereich untersagt. Ausserhalb kann der See weiterhin frei genutzt werden. Das Schwimmbad der Gemeinde ist immer offen. Bis Ende 2023 wird Uetikon am See von der ZSG nicht angefahren.

 

Aufzeichnung der Informationsveranstaltung

Am 1. Februar informierten Fachleute des AWEL sowie des Totalunternehmers im Rahmen einer Videoübertragung über das Sanierungsprojekt.  

 

Hier geht es zur Aufzeichnung der Informationsveranstaltung